Bilder von Gründung Ödön-von-Horváth-Gesellschaft
Die Gesellschaft –> Über uns
Die Vorstandschaft, gewählt am 16.November 2015 auf vier Jahre:
(v.l.) Jonas Meyer-Wegener (Beisitzer), Harald Kühn MdL (Beisitzer), Petra Hebeisen-Unruh (Beisitzerin), Gabi Rudnicki (1. Vorsitzende)
Dominik Meyer (Beisitzer), Georg Büttel (2. Vorsitzender), Ursula Ohliger (Schatzmeisterin)
Nicht im Bild: Matthias Kratz (Beisitzer); Irmtraud Karlitschek und Günter Bitala (Kassenprüfung).

Der Vorstand

Was treibt eine kleine Schar Kulturschaffender und -interessierter im Januar 2003 im Kulturpark Murnau unter den roten Horváth-Hut? Sie suchen keineswegs zufällig gemeinsam Schutz vor dem Schneefall, sondern sie wollen die in den letzten Jahren von privaten Initiatoren ausgehenden Impulse, das Werk Horváths und seine besondere Beziehung zu Murnau noch stärker ins Bewusstsein zu rücken, unter einen Hut bringen.
Mit dieser Gründung der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft wurden Begeisterung für die Sache und Erfahrung in verschiedensten Bereichen der Kulturarbeit für die Zukunft gebündelt.
                                                        
Nicht unerwähnt darf aber die mehr als wohlwollende Unterstützung durch Gemeinde und Verwaltung des Marktes Murnau bleiben. Anders als an vielen Orten, wo der Sparzwang kulturelle Institutionen eher auslöscht, gelang es in Murnau auch noch eine wohldotierte Horváth-Stiftung auszuloben.

Die internationalen Mitglieder der Gesellschaft finden sich aus verschiedensten beruflichen Bereichen „unter dem Hut“: Künstler, Lehrer, Buchhändler, interessierte Laien, Wissenschaftler. Anlässlich von Horváths 102. Geburtstag am 9. Dezember 2003 ernannte die Gesellschaft die Schwägerin Elisabeth von Horváth, den Neffen Dr. Hans Leiningen-Westerburg aus der Familie sowie Professor Ulrich N. Schulenburg vom Sessler Verlag, Wien zu Ehrenmitgliedern.
Die beiden Vorsitzenden sind Mitglieder im Beirat der Ödön-von-Horváth-Stiftung.

Allesamt gute Grundlagen, den Gründungszweck zu verwirklichen: die Förderung von Horváths Werk auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Neben der Unterstützung wissenschaftlicher Forschung gehört dazu auch die Realisation von eigenen Projekten sowie die Förderung und organisatorische Unterstützung von Initiativen zu Horváth und seiner Zeit.

Eine Horváth-Gesellschaft wird immer wieder an diesen Autor erinnern können, auf ein Werk hinweisen, das Interesse verdient. Nicht nur wegen möglicherweise wünschenswerter politischer Inhalte. Immer mehr macht ja die Forschung auf eine besondere Leistung dieses Autors aufmerksam, auf eine Schreibbewegung in seinem Werk, weg vom vordergründig Politischen, hin zu einer Poetik repressiver Sprache. Horváths Werk zeigt einen Lernprozess, an dessen Ende nicht etwa gesellschaftliche Probleme kleiner Leute versifiziert werden, sondern die Macht einer vorgefertigten und vorgefundenen verordneten Sprache oft in bitterer Ironie angeprangert wird. Dass diese Qualität seines Werkes immer wieder für Aufregung sorgt, beweist nur, dass Horváth hier eine empfindliche Stelle des „ewigen Spießers“ trifft.

In diesem Zusammenhang sind die Editionen des Österreichischen Literaturarchives  von Interesse, die dieses Werk zunehmend als nicht in sich geschlossen zeigen werden. Horváths Werk ist doch eher ein Labyrinth von Versuchen, Frühvollendetem, Abgeschlossenem, Gescheitertem, an Stellen wiederholt unzugänglich, dann aber wieder von atemberaubender Präzision. Diesem „work in progress“ weiter Atem zu geben, bisher Unbeachtetes zur Diskussion zu stellen, sein Werk im Kulturbetrieb kurzlebiger Sensationen nicht verstummen zu lassen, ist Betreben dieser Gesellschaft.

Sollten Sie Interesse daran haben, dieses Bestreben ideell, finanziell oder als Mitglied zu unterstützen, steht Ihnen die Gesellschaft offen! Unter Horváths schöpferischem Hut ist viel Platz!