VERKEHRTE FRONTEN



Warum eskalieren Konflikte zu kriegerischen Auseinandersetzungen? Erschreckend aktuelle Gedanken zu Krieg und Frieden und den Abgründen des Menschen - von Julius Cäsar bis Sigmund Freud, von Rosa Luxemburg und Karl Kraus, Bertolt Brecht und Ödön von Horváth.

Krieg ist nicht Schicksal oder Naturgesetz, sondern wird von Menschen geplant, von Menschen gekämpft und von Menschen erlitten. Vor hundert Jahren wurden im Ersten Weltkrieg entsetzliche Schlachten geschlagen, vor 70 Jahren endete der Zweite Weltkrieg – Jahrestage, die Anlass sind, den Frontverläufen in den Seelen von Soldaten und Zivilisten mit hellsichtigen Texten berühmter Autorinnen und Autoren nachzugehen.

Zu Wort kommen u.a. der radikale Kulturkritiker Karl Kraus, Autor von „Die letzten Tage der Menschheit“, die Pazifistin Rosa Luxemburg, der Antifaschist Bertolt Brecht und natürlich Ödön von Horváth, der in seinen Dramen und Romanen immer wieder darstellt, wie der Krieg alles Menschliche ins Verkehrte wendet.

Interpretiert werden die Texte von Georg Büttel und Georgia Stahl. Die in Starnberg geborene Schauspielerin und Regisseurin absolvierte ihre Ausbildung an der Bayerischen Theaterakademie August Everding und war bis dato u.a. am Bayerischen Staatsschauspiel, am Schauspiel Frankfurt, am Schauspielhaus Zürich und am Teatro La Fenice in Venedig engagiert. Außerdem wirkte sie in zahlreichen TV- und Kinoproduktionen mit. Der Garmisch-Partenkirchner Georg Büttel studierte in München Philosophie, Anglistik und Dramaturgie, und arbeitet als Theaterregisseur und Autor, u.a. für das Bayerische Fernsehen. Er ist Künstlerischer Leiter des KULTurSOMMERs Garmisch-Partenkirchen und der Murnauer Horváth-Tage.

„Die Generation unserer Väter hat blöden Idealen von Völkerrecht und ewigem Frieden nachgehangen und hat es nicht begriffen, daß sogar in der niederen Tierwelt einer den anderen frißt. Es gibt kein Recht ohne Gewalt. Man soll nicht denken, sondern handeln!

Der Krieg ist der Vater aller Dinge.
Ich hab mit meinem Vater nichts mehr zu tun.“
(Ödön von Horváth: „Ein Kind unserer Zeit“)